KI Prompts für deine Webseite – warum das der Unterschied zwischen gut und großartig ist
„Ich hab das mal schnell mit ChatGPT gemacht“ – diesen Satz höre ich mittlerweile wirklich fast täglich, und meistens fällt er in dem Moment, in dem mir jemand seine Webseite zeigt, die irgendwie… sauber ist, aber irgendwie auch nach niemandem klingt.
Kein Wunder, wenn ich dann frage, was der Prompt dazu war, kommt oft ein Schulterzucken und: „Na ja, ich hab halt geschrieben, schreib mir einen Text für meine Startseite.“
Und da liegt das Problem – nicht in der KI, sondern in der Frage, die man ihr stellt.
Denn wer eine generische Frage stellt, bekommt eine generische Antwort. Das war vor ChatGPT so, das ist mit ChatGPT so, und das wird auch mit dem nächsten großen KI-Tool so sein.
Was Prompting eigentlich bedeutet – und warum du das schon kannst
„Prompting“ klingt nach etwas, das man studiert haben muss, aber in Wirklichkeit ist es nichts weiter als die Anweisung, die du einem KI-Tool gibst. Also das, was du in das Eingabefeld tippst – die Frage, der Auftrag, der Kontext.
Und weißt du, was das eigentlich ist? Kommunikation. Und die beherrscht du schon.
Stell dir vor, du beauftragst einen Handwerker und sagst ihm: „Mach da irgendwas Schönes hin.“ Er wird das Beste draus machen, aber ob er trifft, was du dir vorgestellt hast – das ist reines Glücksspiel. Sagst du ihm dagegen: „Ich hätte gerne ein Regal in Eiche, etwa 180 cm hoch, vier Fächer, mit indirekter Beleuchtung, weil ich dort meine Bücher und ein paar Pflanzen unterbringen möchte“ – dann hat er eine Chance, genau das zu liefern, was du dir wünschst.
Der Handwerker ist in beiden Fällen gleich gut. Das Ergebnis ist ein anderes, weil deine Anweisung eine andere war.
Bei KI-Tools läuft das genauso ab, und je früher du das verinnerlichst, desto besser werden deine Texte – und damit auch deine Webseite.
Warum gutes Prompting bei Webseiten besonders wichtig ist
Eine Webseite ist kein Standardprodukt, das man einfach aus dem Regal zieht. Sie ist dein digitales Schaufenster, dein erster Eindruck – und oft auch der einzige Moment, den du bekommst, um bei einem potenziellen Kunden Vertrauen aufzubauen.
Wenn dieser Eindruck genauso klingt wie die Seite deines Mitbewerbers drei Klicks weiter, dann hast du verloren – nicht wegen der KI, sondern wegen eines Prompts, der zu wenig von dir transportiert hat.
Ich erstelle seit über zehn Jahren Webseiten für Selbstständige und kleine Unternehmen, und ich kann dir sagen: Der häufigste Fehler hat sich über all diese Jahre nicht verändert. Die meisten Menschen wissen nicht so genau, wie sie in Worte fassen sollen, was sie besonders macht und wen sie eigentlich erreichen wollen.
Früher war das ein Problem für den Texter, den man damit beauftragen musste. Heute ist es ein Problem für den Prompt – aber das Gute daran ist, dass du es selbst in der Hand hast.
Der größte Fehler, den du beim Prompting machen kannst
Wenn ich mir anschaue, wie die meisten Menschen KI für ihre Webseite nutzen, sehe ich immer dasselbe Muster: Sie liefern zu wenig Kontext und hoffen, dass die KI schon irgendwie weiß, wer sie sind, was sie tun und wen sie ansprechen wollen.
Tut sie aber nicht – und das ist auch völlig in Ordnung, weil sie es schlicht nicht wissen kann.
Eine KI kennt nicht deine Geschichte, sie weiß nicht, warum du morgens für dein Business aufstehst, sie kennt weder deinen Tonfall noch deine Kunden, und sie hat keine Ahnung, was dich von allen anderen unterscheidet, die ungefähr dasselbe anbieten wie du.
Wer das alles nicht mitgibt, bekommt Texte, die klingen wie aus einer Imagebroschüre von 2012: „Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen für anspruchsvolle Kunden.“ – Aha. Herzlichen Dank. Weiter.
Die Grundstruktur eines guten Prompts für deine Webseite
Ein guter Prompt hat ein paar Bausteine, die du nicht alle gleichzeitig brauchen musst – aber je mehr du mitgibst, desto besser wird das Ergebnis.
Schritt 1: Die Rolle definieren
Sag der KI zuerst, wer sie bei dieser Aufgabe sein soll. Nicht einfach „Schreib mir einen Text“, sondern: „Du bist ein erfahrener Webtexter, der auf Selbstständige und kleine Unternehmen spezialisiert ist und weiß, wie man Texte schreibt, die Menschen ansprechen – ohne Buzzwords und ohne aufgeblasene Marketingsprache.“
Das klingt vielleicht banal, aber durch diese Rollenanweisung bekommt das Modell einen Kontext, aus dem heraus es antwortet. Die Texte werden konkreter, zugänglicher und zielgerichteter – probier es einfach mal aus.
Schritt 2: Den Kontext wirklich liefern
Das ist der wichtigste Teil und auch der, der am meisten Arbeit macht – aber es lohnt sich. Liefere der KI alle Informationen, die ein Mensch bräuchte, um einen guten Text für dich zu schreiben.
Was machst du genau? Für wen machst du es? Was macht dich besonders oder anders als andere? Wie redest du mit deinen Kunden – bist du eher locker und direkt, oder eher ruhig und beratend? Was soll der Leser nach dem Lesen des Textes tun oder fühlen?
Ein guter Kontext-Abschnitt könnte zum Beispiel so klingen:
„Meine Zielgruppe sind Handwerker zwischen 35 und 55 Jahren, die bisher keine Webseite haben und nicht ganz sicher sind, ob sie wirklich eine brauchen. Sie sind eher skeptisch, was Technik angeht, schätzen aber Direktheit und Verlässlichkeit. Mein Angebot sind Webseiten, die einfach funktionieren – ohne Schnickschnack, ohne Fachchinesisch und ohne monatelange Warterei.“
Das ist Kontext. Damit kann eine KI wirklich arbeiten.
Schritt 3: Das Format bestimmen
Sag der KI, wie das Ergebnis aussehen soll. Soll es ein Fließtext sein, eine Aufzählung mit Vorteilen, ein kurzer Intro-Absatz oder eine vollständige Seitenstruktur? Wie viele Wörter ungefähr? Welcher Ton soll es sein – locker und mit einem Augenzwinkern, oder eher seriös und vertrauensbildend?
Je klarer du das Format beschreibst, desto weniger musst du hinterher überarbeiten.
Schritt 4: Ein Beispiel mitgeben
Wenn du einen bestimmten Stil magst, zeig ihn einfach. Kopiere einen Text, der dich anspricht, und schreib dazu: „Schreib in einem ähnlichen Stil wie dieser Text hier.“ KI-Modelle lernen extrem schnell von Beispielen.
Und wenn du weißt, was du nicht willst – das ist manchmal sogar noch hilfreicher. „Vermeide bitte Wörter wie innovativ, nachhaltig und zukunftsorientiert“ – und schon kommen sie nicht mehr vor.
Konkrete Prompt-Vorlagen für die wichtigsten Seiten deiner Website
Jetzt wird es richtig praktisch, denn ich gebe dir hier Prompt-Vorlagen, die du direkt nutzen und für dich anpassen kannst.
Prompt für die Startseite (Hero-Bereich)
„Du bist ein erfahrener Webtexter für Selbstständige. Schreib mir den Hero-Text für meine Startseite – also die Hauptüberschrift und einen kurzen Untertext (max. zwei Sätze). Die Überschrift soll sofort klar machen, wem ich helfe und womit. Der Untertext soll das Versprechen ergänzen und direkt die größte Sorge meiner Zielgruppe ansprechen.
Mein Angebot: [Was du tust] Meine Zielgruppe: [Wer deine Kunden sind] Ihr größtes Problem: [Was sie nachts wachhält] Mein Versprechen: [Was du anders oder besser machst] Ton: direkt, warm, ohne Marketingsprache“
Das ist der Unterschied zwischen einer Startseite, auf der man sofort weiß, ob man richtig ist – und einer, die man wieder schließt, ohne zu verstehen, was eigentlich angeboten wird.
Prompt für die Über-mich-Seite
„Schreib mir meinen Über-mich-Text für meine Webseite. Der Text soll nicht nach Lebenslauf klingen, sondern nach einem echten Menschen, der weiß, was er tut und warum er es tut. Er soll Vertrauen aufbauen und am Ende klar machen, warum meine Kunden bei mir gut aufgehoben sind.
Über mich: [Kurze Infos zu dir, deiner Geschichte, deinem Weg] Was mich antreibt: [Warum du das machst] Was meine Kunden schätzen: [Feedback, das du oft bekommst] Ton: ehrlich, menschlich, mit einer Prise Humor Länge: ca. 200–250 Wörter“
Die Über-mich-Seite wird übrigens massiv unterschätzt – sie ist nach der Startseite oft die meistbesuchte Seite, weil Menschen wissen wollen, mit wem sie es zu tun haben.
Prompt für eine Leistungsseite
„Du bist ein Werbetexter, der Nutzen über Features stellt. Schreib mir die Beschreibung für meine Leistung [Name der Leistung].
Was die Leistung beinhaltet: [kurze Beschreibung] Was der Kunde danach hat oder kann: [konkreter Nutzen] Häufige Einwände oder Zweifel, die Kunden haben: [Was sie zögern lässt] Für wen es ideal ist: [Zielgruppe] Ton: [locker / seriös / direkt] Länge: max. 150 Wörter, danach ein klarer Call-to-Action“
Warum du KI-Texte nie eins zu eins übernehmen solltest
Ich sage das ganz offen und ohne Umschweife: KI kann wirklich fantastische erste Entwürfe liefern, die oft schon erstaunlich nah an dem sind, was du brauchst. Aber ein erster Entwurf ist eben ein erster Entwurf – noch kein fertiger Text, der auf deine Webseite gehört.
Es gibt Dinge, die du immer noch selbst einbringen musst: deine ganz eigenen Formulierungen, kleine Eigenheiten in deiner Sprache, Referenzen auf echte Erfahrungen aus deinem Berufsalltag, den Witz, der einfach zu dir passt, oder den Satz, den nur du so sagen würdest.
Wenn du KI-Texte unverändert übernimmst, verlieren sie genau das, was Webseiten erst wirklich wirkungsvoll macht: Authentizität. Und Kunden merken das – vielleicht nicht auf Anhieb, aber sie spüren es, wenn ein Text sich nicht echt anfühlt.
Nutze die KI also als das, was sie ist: ein sehr schneller, sehr geduldiger Assistent, der dir die Rohfassung liefert. Die Seele kommt von dir.
Mein Workflow: So arbeite ich in der Praxis mit KI für Webseiten-Texte
Wenn ich heute eine neue Webseite für einen Kunden erstelle, läuft das in etwa so ab: Zuerst führe ich ein ausführliches Gespräch – nicht über Design oder Farben, sondern über Werte, Zielgruppe, Positionierung und Geschichte.
Das klingt aufwendig, und das ist es auch, aber es ist der wichtigste Schritt von allen. Denn alles andere – Texte, Struktur, visuelle Gestaltung – kann erst dann wirklich gut werden, wenn klar ist, worum es bei diesem Business wirklich geht.
Diese Informationen übersetze ich dann in präzise Prompts, die KI erstellt erste Entwürfe, und dann beginnen wir gemeinsam mit dem Feinschliff. Dafür gibt es übrigens einen einfachen Trick: Sag der KI direkt, was noch nicht passt.
„Der Text klingt noch zu förmlich, mach ihn lockerer.“ Oder: „Die Überschrift ist zu generisch, gib mir fünf Alternativen, die spezifischer auf das Problem meiner Kunden eingehen.“ Oder einfach: „Das ist schon gut, aber kürze es bitte um 30 Prozent.“
KI-Modelle reagieren sehr gut auf präzise, konkrete Kritik – du bist sozusagen der Redakteur, der entscheidet, was bleibt und was überarbeitet wird. Am Ende steht ein Text, der klingt wie der Mensch dahinter – nur in einem Bruchteil der Zeit entstanden.
Was gutes Prompting und gutes Webdesign gemeinsam haben
Ich werde oft gefragt, warum manche Webseiten einfach anders wirken als andere – nicht teurer, nicht aufwendiger, einfach stimmiger und überzeugender.
Die Antwort ist fast immer dieselbe: Klarheit. Eine klare Botschaft für eine klar definierte Zielgruppe mit einem klar formulierten Nutzen.
Das gilt für Webdesign genauso wie für Texte – und eben auch für Prompts. Ein guter Prompt ist keine beliebige Ansammlung von Wörtern, sondern ein klares Briefing mit Kontext, Ziel und Rahmen.
Wer das verstanden hat, wird mit KI Ergebnisse erzielen, für die man früher Stunden oder ganze Tage gebraucht hätte. Und wer es nicht versteht, bekommt weiterhin Texte, die klingen wie von niemandem geschrieben – und das merken auch deine Kunden.
Fazit: Prompting ist eine Fähigkeit, die sich wirklich lohnt zu lernen
Das Schöne an Prompting ist, dass es lernbar ist – und zwar ohne technische Vorkenntnisse, ohne Studium und ohne komplizierte Kurse. Du brauchst zwei Dinge: die Bereitschaft, klar zu kommunizieren was du willst, und die Bereitschaft, dir vorher Gedanken über dein Angebot, deine Zielgruppe und deine Stärken zu machen.
Das zweite ist übrigens oft die eigentliche Herausforderung – nicht der Prompt selbst. Der Prompt ist gewissermaßen nur der Spiegel, der dir zeigt, wie klar oder wie unklar du selbst noch bist, wenn es um dein Angebot geht.
Wenn du das nächste Mal einen KI-Text für deine Webseite erstellen möchtest, nimm dir zehn Minuten mehr für den Prompt. Beschreibe nicht nur das gewünschte Ergebnis, sondern den Kontext dahinter – wen du erreichen willst, wie du klingen willst und warum jemand genau bei dir richtig ist.
Ich verspreche dir: Der Unterschied zu dem, was du bisher bekommen hast, wird größer sein als du denkst.
So kann ich dich dabei unterstützen
Falls du nicht ganz sicher bist, wie du deine Webseite besser aufstellen kannst, oder falls du einfach jemanden brauchst, der den ganzen Prozess für dich übernimmt – genau dafür bin ich da.
Ich erstelle Webseiten für Selbstständige und kleine Unternehmen, mit KI, mit Strategie und mit über zehn Jahren Erfahrung im Hintergrund.
Komm gerne auf mich zu.
